
In der islamischen Tradition Usbekistans hat sich eine Struktur der Gedenktage herausgebildet, die sich von der der arabischen Länder und der Türkei unterscheidet. Es ist eine Mischung aus schafiitisch-hanafitischem Kanon und zentralasiatischen Bräuchen. Dieser Artikel ist ein Leitfaden zum Kalender.
7. Tag (mарака). Unmittelbar nach der Beerdigung nimmt die Familie Beileidsbekundungen entgegen; am 7. Tag gibt es eine kleine Zusammenkunft zu Hause mit Koranrezitation. In Usbekistan wird dies manchmal „mарака“ genannt (uzb. „marosim“). Es wird einfaches Essen zubereitet — Samsa, Tee, Obst. Es dauert 1-2 Stunden nach dem Namaz.
20. Tag (taziya). Weniger bedeutend als der 7. oder 40. Tag, aber in einigen Regionen (insbesondere im Ferghanatal, in Choresm) veranstaltet man eine zweite kleine Zusammenkunft mit Koranrezitation. In Tashkent wird sie oft ausgelassen.
40. Tag (ehson). Die wichtigste Zusammenkunft nach der Beerdigung. Groß: 50-300 Gäste, je nach Größe der Familie und sozialem Status. In einem großen Kessel wird Palov (Plov) zubereitet. Männer und Frauen sitzen getrennt. Mehrere Koranrezitatoren. Dauert 2-4 Stunden. Das ist der Punkt, nach dem die Phase der aktiven Trauer abklingt.
Jahrestag (yil oshganligi). 1 Jahr nach dem Tod — zweite große Zusammenkunft, im selben Format wie nach 40 Tagen. Oft wird damit die Aufstellung eines Grabmals auf dem Grab verbunden (falls es noch nicht gesetzt wurde).
Jährliches Gedenken. Nach dem Jahrestag — ein weniger formelles jährliches Zusammenkommen der Angehörigen am Grab und zu Hause, mit Plov in kleinerem Umfang. Es gibt auch das Thema Ramadan — in diesem Monat ist es üblich, für die Seele des Verstorbenen den Koran zu lesen.
Kurban-Bajram und Ramadan-Bajram. Zu den beiden großen Feiertagen besuchen viele Familien die Gräber. Das ist keine strenge Pflicht, aber weit verbreitete Praxis. Zu Kurban-Bajram bringt man Fleisch des Opfertiers zum Grab — eine symbolische Geste.
Organisation aus der Ferne. Wenn die Familie in der Diaspora lebt (Moskau, Almaty, Istanbul, Stockholm), läuft die Organisation des ehson am 40. Tag und nach einem Jahr in der Regel über einen lokalen oshpaz in Tashkent/in der Stadt des Friedhofs. Wir koordinieren den Koch, die Gäste (wenn die Familie bittet, lokale Verwandte oder Nachbarn einzuladen), die Koranrezitation und liefern einen Foto-/Videobericht.
Was wir an jedem dieser Tage auf dem Friedhof tun. Reinigung der Grabstelle, Blumen (zurückhaltend, nach usbekischer Tradition), Koranrezitation am Grab (wenn ein Mullah vorhanden ist; wenn nicht, stellen wir eine Audioaufnahme ein), Foto-/Videobericht. In der Mitgliedschaft mit 4 Besuchen/Jahr enthalten.