
In Usbekistan dominiert der sunnitische Islam des hanafitischen Madhhab, und die meisten Begräbnisrituale folgen genau diesem Kanon. Für Familien aus der Diaspora ist es wichtig, den allgemeinen Ablauf zu kennen: Dann ist klarer, welche Daten aus der Ferne zu beachten sind und welche Leistungen für das Grab sinnvoll sind.
Erste 24 Stunden. Nach dem Kanon soll die Beisetzung innerhalb von 24 Stunden nach dem Tod erfolgen. In dieser Zeit bereiten die Angehörigen den Körper vor: die rituelle Waschung („Ghusl“), das Einhüllen in das einfache weiße Leichentuch („Kafan“) in drei Schichten für Männer und fünf für Frauen. Der Leichnam wird auf speziellen Tragen („Tabut“) getragen, die Männer wechseln sich ab, damit alle teilnehmen können.
Janaza — das Totengebet für den Verstorbenen. Es wird im Hof der Moschee oder am Haus verrichtet und von einem Mullah geleitet. Es umfasst vier „Takbire“ (Lobpreisungen). Frauen sind traditionell nicht bei der Janaza anwesend und gehen nicht zum Friedhof — diese Regel wird in ländlichen Regionen strenger eingehalten und in Taschkent lockerer.
Beisetzung. Begraben wird in einem einfachen Grab, ohne Sarg oder in einem sehr einfachen Sarg. Der Körper wird auf die rechte Seite gelegt, mit dem Gesicht nach Mekka. Über dem Grab werden keine aufwendigen Konstruktionen errichtet — das widerspricht dem Kanon, obwohl in Usbekistan Zäune und Stelen als Teil der kulturellen Praxis verbreitet sind.
Grabmal. Kanonisch genügt ein einfacher Stein mit Namen und Daten. In der Praxis werden in Usbekistan Granit- oder Marmorstehlen aufgestellt, oft mit Laserporträt, 40 Tage nach der Beerdigung. Wenn Sie ein Grabmal aus der Diaspora bestellen, planen Sie 2-3 Monate für Gravur und Montage ein.
Gedenktage. Die wichtigsten Punkte sind der 7., 20. und 40. Tag sowie das 1. Jahr. Zum 40. Tag und zum Jahrestag wird „ehson“ abgehalten — ein Totengedenkmahl mit Pilaw und Koranrezitation. Männer und Frauen sitzen in getrennten Räumen. Der Pilaw wird in einem großen Kessel gekocht, meist im Hof. Nachbarn und entfernte Verwandte kommen ohne Geschenke, helfen mit und essen gemeinsam.
Jährliches Totengedenken. Nach dem ersten Jahrestag ist es üblich, sich einmal im Jahr am Grab zu versammeln, den Koran zu lesen, Blumen niederzulegen (in der modernen usbekischen Praxis) und die Grabstätte in Ordnung zu bringen. Bei grave.uz wird diese Praxis über ein Abonnement für 4-12 Besuche pro Jahr mit Foto-/Videobericht umgesetzt.
Was auf der Grabstätte wichtig ist. Die Grabpflege in der islamischen Tradition bleibt zurückhaltend: Es gibt keinen Platz für übermäßige Dekoration, zu viele Blumen oder auffällige Objekte. Geeignet sind regelmäßige Reinigung, das Waschen des Steins und eine schlichte Gestaltung zu den Gedenktagen. Grave.uz bietet Reinigung Lite/Standard/Deep und Zusatzoptionen zum Besuch an — siehe `/tseny`.