
Die orthodoxe Gemeinde in Usbekistan entstand nach dem Einzug des Russischen Kaiserreichs im 19. Jahrhundert; der größte orthodoxe Friedhof ist der Botkin-Friedhof in Tashkent, gegründet 1872. Der Gedenkkalender der Orthodoxen ist streng und gut dokumentiert, was die Fernplanung erleichtert.
Die ersten Zeitpunkte sind der 3., 9. und 40. Tag nach dem Tod. Am 3. Tag findet gewöhnlich die Trauerfeier und Beisetzung statt. Der 9. Tag ist das Gedenken an die „neun Engelschöre“; man zündet eine Kerze an und spricht Gebete. Der 40. Tag ist das wichtigste frühe Datum: Nach kirchlicher Lehre wird die Seele endgültig in ihrem Jenseitszustand bestimmt.
Sorokoust ist ein 40-tägiges Gebetsgedenken in der Kirche. Er wird direkt nach der Beerdigung in jeder orthodoxen Kirche bestellt. Aus dem Ausland kann man ihn online bestellen (über die Website vieler Diözesen) oder Verwandte in Russland/Usbekistan darum bitten. Grave.uz hat einen eigenen Artikel dazu, wie man Sorokoust aus der Ferne bestellt.
Sieben Elternsamstage. Im Kirchenjahr gibt es sieben besondere Gedenktage: den Fleischsamhstag der Allerweltlichen Seelen (zwei Wochen vor der Großen Fastenzeit), drei Samstage der Großen Fastenzeit (2., 3. und 4. Woche), den Dreifaltigkeitssamstag (am Tag vor Pfingsten), den Dmitrij-Samstag (der Samstag vor dem 26. Oktober/8. November) und Radonitsa. Die meisten fallen auf einen Samstag; Radonitsa ist der einzige am Dienstag.
Radonitsa ist ein besonderer Tag. Er fällt auf den Dienstag nach der Hellen Woche (der ersten Woche nach Ostern). Der Name stammt von „Freude“. Anders als andere Gedenktage ist dies ein österlicher Tag: Man kommt mit Osterkutja, Uzvar, Pascha und Osterbrot zum Grab. An Radonitsa ist auf den orthodoxen Friedhöfen in Usbekistan viel Besucherverkehr.
Was man zum Grab bringt. Eine gerade Anzahl Blumen, meist Nelken oder Chrysanthemen. Kutja — gekochter Weizen oder Reis mit Honig und Rosinen. Uzvar — Kompott aus Trockenfrüchten. Eine Kerze — am besten aus Wachs. Osterbrot und Eier — zu Ostern und an Radonitsa. Am Grab selbst zündet man eine Kerze an und spricht ein kurzes Gebet.
Der jährliche Jahrestag. Nach dem ersten Jahr wird das Gedenken jährlich: der Geburtstag des Verstorbenen und der Todestag. Oft bestellt man eine Panichida in der Kirche und besucht das Grab. Viele orthodoxe Familien in der Diaspora in Moskau, Deutschland und den USA bewahren diese Praxis.
Was auf der Grabstelle wichtig ist. Die orthodoxe Tradition verbietet nicht die Gestaltung eines Zauns, das Pflanzen von Sträuchern, das Aufstellen einer Bank und eines Tisches neben dem Grab — das ist auf den Friedhöfen Usbekistans üblich. Die Pflege der Grabstelle ist meist intensiver als in der islamischen Tradition: Blumen, ein sauberer Weg, ein ordentlicher Tisch für die Mahlzeit.