
Die bucharisch-jüdische Gemeinde lebte über zweieinhalbtausend Jahre in den Städten Usbekistans — in Bukhara, Samarkand, Tashkent, Kokand, Andijan, Margilan. Heute leben etwa 50 000 Bucharer Juden in Queens (New York), Zehntausende — in Israel und Wien. In Bukhara selbst sind weniger als hundert Gemeindemitglieder geblieben. Doch die Friedhöfe, auf denen Namen und Geschichten dieser 2500 Jahre verzeichnet sind, sind weiterhin hier.
Dieser Leitfaden richtet sich an Familien aus der Diaspora, die möchten, dass die Gräber von Eltern oder Großeltern fortlaufend gepflegt werden — Woche für Woche, Jahr für Jahr — von der anderen Seite der Welt. Zuerst gehen wir die Geografie durch: welche Friedhöfe den Großteil der bucharisch-jüdischen Bestattungen tragen und was jeden von ihnen auszeichnet. Dann — die Ökonomie der Fernpflege: der Fonds von Bukhara und ähnliche Organisationen, Preisorientierungen, die in der New Yorker Gemeinde entstanden sind, und Methoden zur Überprüfung von Dienstleistern, denen die Familie nie persönlich begegnen wird. Und schließlich — wie der vollständige Zyklus der Trauertage (Hakamat HaMatzevah, Yahrzeit, Kever Avot) eingehalten wird, wenn kein Familienmitglied in Usbekistan lebt.
Die fünf wichtigsten bucharisch-jüdischen Friedhöfe — kurz
Der alte jüdische Friedhof in Bukhara — etwa 10 000 Gräber auf ~32 Hektar am westlichen Ende der Ibragim-Muminov-Straße, erreichbar mit den Bussen 6, 33, 75, 76, 86 und 88 bis zur Haltestelle „Yoshlar Markazi“. Das ist das Herz der Gemeinde: Die ältesten Bereiche stammen aus mehreren Jahrhunderten, und neue postsowjetische Grabsteine, von denen viele von Verwandten im Ausland bezahlt wurden, stehen neben abgetragenen Stelen von Rabbinern und Kaufleuten aus der mittelalterlichen Mahalla. Der Friedhof ist gepflegt — dank der ständigen Spenden der Diaspora.
Der jüdische „Textil“-Friedhof in Tashkent — etwa 16 300 Gräber, 8 Sektoren (6 jüdische und 2 russische), nahe dem historischen Textilkombinat im Zentrum von Tashkent. Hier sind viele sowjetische Familien und jene bucharischen Juden bestattet, die im 20. Jahrhundert in die Hauptstadt gezogen sind. Typisch sind Porzellanporträts und zweisprachige Inschriften auf Hebräisch und Russisch.
Der Botkin-Friedhof in Tashkent (Friedhof Nr. 1) — 1872 in der Kaiserzeit gegründet, mit einem ausgeprägten aschkenasisch-jüdischen Abschnitt aus den 1930er–1940er-Jahren. Das ist die Zeit der Repressionen und der Evakuierung von Juden aus den westlichen Republiken nach Zentralasien während des Krieges. Die aschkenasischen Gräber liegen entlang der Botkin-Straße; erreichbar mit den Stadtbussen 1, 16, 18, 21, 30, 44, 80 und 96.