
Die Zinkschatulle („zinc-lined coffin“ in der internationalen Terminologie) ist ein technischer Standard für den Lufttransport von sterblichen Überresten, kein Brauch. Ohne sie nimmt keine große Fluggesellschaft die Fracht an. Dieser Artikel erklärt Aufbau, Anforderungen und die Rolle der Begleitperson.
Aufbau. Die Zinkschatulle besteht aus drei Schichten. Die innere ist die eigentliche hermetische Zinkkapsel, in die der Leichnam gelegt wird. Zink wurde gewählt, weil es nicht korrodiert und Dichtheit gewährleistet. Die mittlere Schicht ist der Holzsarg, in den die Zinkkapsel eingesetzt wird. Die äußere Schicht ist eine hölzerne Transportkiste, in der der Sarg zur Fixierung auf dem Frachtraumdeck des Flugzeugs steht. Das Gesamtgewicht des Sets beträgt 200-300 kg.
IATA-Anforderungen. Die Internationale Luftverkehrs-Vereinigung (IATA) legt den Standard fest. Die Kapsel muss versiegelt sein (nicht verschraubt), das heißt – nach dem Verschließen kann sie nicht ohne Zerstörung geöffnet werden. Diese Vorgabe der staatlichen Stellen dient dazu, eine Vertauschung des Inhalts zu verhindern. Die Transportkiste muss die Kennzeichnung „Human Remains“ in drei Sprachen tragen (Englisch, Russisch, Usbekisch für Flüge aus Usbekistan).
Einbalsamierung als Voraussetzung. Die Zinkkapsel ist hermetisch, aber das bedeutet nicht, dass im Inneren keine Einbalsamierung nötig ist. Die Einbalsamierung verringert das Risiko der Verwesung während des Transports (der mit Umstiegen bis zu 3 Tage dauern kann). Zusammen – Zink + Einbalsamierung – ist das der Goldstandard.
Kosten. $400-800 in Usbekistan für das Komplettpaket. Zink kostet etwa $250, Holz und Arbeit den Rest. grave.uz bietet drei Qualitätsstufen: Standard ($400), Premium ($550, mit verbesserter Holzverarbeitung), Luxus ($800, mit Schnitzereien und Messingbeschlägen).
Die Begleitperson – wer ist das und wozu. Die Begleitperson ist eine Person, die physisch auf demselben Flug mit den sterblichen Überresten reist und sie am Zielflughafen in Empfang nimmt. Nicht jede Fluggesellschaft erlaubt eine Begleitung, aber die meisten (Aeroflot, Lufthansa, Turkish, El Al) – ja. Die Begleitperson ist in der Regel entweder ein naher Angehöriger oder ein Vertreter des Bestattungsdienstes.
Was die Begleitperson macht. Sie prüft, ob die Zinkkapsel korrekt im Frachtraum platziert ist (nach IATA-Regeln hat die Begleitperson das Recht, beim Verladen anwesend zu sein). Nach der Ankunft – Empfang gemeinsam mit dem empfangenden Bestattungsunternehmen, Hilfe bei lokalen Dokumenten, Begleitung zum Ort der Beisetzung. Das reduziert das Fehlerrisiko an den Schnittstellen zwischen den Beteiligten erheblich.