
Koryo-saram sind die ethnische koreanische Gemeinschaft im Gebiet der ehemaligen UdSSR, entstanden nach der Deportation von 1937 aus dem Fernen Osten nach Zentralasien. In Usbekistan leben heute etwa 170 000 Koreaner — eine der größten Diasporas. Ihre Bestattungspraxis ist eine besondere Synthese aus koreanischem, buddhistischem und russisch-orthodoxem Kontext.
Bestattung. Der Leichnam wird meist am 3. Tag beigesetzt — hier ähnelt die Praxis der russisch-orthodoxen. Vor der Beisetzung findet ein „Pong“ statt — ein Abschied zu Hause mit der Möglichkeit, Lebewohl zu sagen. Der Sarg ist offen, die Blumen sind weiß.
49 Tage nach dem buddhistischen Zyklus. Die koreanische buddhistische Tradition geht davon aus, dass die Seele sieben Stufen von je sieben Tagen durchläuft — insgesamt 49 Tage. Am 49. Tag wird „49재“ (vierundvierzigster? ritual) — ein Gottesdienst im buddhistischen Tempel oder zu Hause, mit dem Vorlesen von Sutras.
Chessa (제사) — ein Ritual zum Gedenken an die Vorfahren. Das wichtigste Ereignis des Jahres. Es wird ein spezieller niedriger Tisch mit Speisen in streng festgelegter Reihenfolge gedeckt: Reis in der Mitte, Früchte (Äpfel, Birnen, Kakis, Nüsse) und Fisch an den Seiten, Tee und Alkohol am nahen Rand. Die Familie verbeugt sich zweimal oder viermal vor dem Tisch, je nach Strenge der Tradition.
Moderne Praxis. Bei den usbekischen Koryo-saram hat sich das Ritual allmählich mit der russisch-orthodoxen Tradition vermischt. Viele Familien begehen sowohl 40 Tage (russische Tradition) als auch 49 Tage (koreanische). Chessa kommt seltener vor als vor 30-50 Jahren, bleibt aber in traditionell erzogenen Familien erhalten.
Am Grab. Weiße Chrysanthemen oder Nelken, Räucherwerk, eine Kerze. Üblich sind Reisküchlein (떡 / dduk), Früchte, in manchen Familien auch koreanischer Alkohol (소주). Die Pflege der Grabstätte ist traditionell strukturierter als bei mittelasiatischen Gemeinschaften: ein ebener Rasen, ein sauberer Weg.
Verbindung zur usbekischen Kultur. Die Koryo-saram in Usbekistan leben seit Langem neben Usbeken und übernehmen oft Elemente — zum Beispiel Plov für familiäre Zusammenkünfte nach Gedenkfeiern. Die zentralen koreanischen Merkmale (Chessa-Tisch, 49 Tage) bleiben jedoch erhalten.
Wenn Ihre Familie Koryo-saram-Wurzeln hat und das Grab in Usbekistan liegt — hinterlassen Sie eine Anfrage über `/kontakty#zayavka`. Wir stimmen uns auf den 49. Tag, den Jahrestag und Hansik (Gedenktag der Vorfahren im Frühling) ab und bringen weiße Chrysanthemen mit.